Teil eines Werkes 
3. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 3. Band (1841) Von dem Feldzug des Jahres 1589 bis zum Waffenstillstand von Antwerpen 1609 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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ſich Graf Karl von Mansfeld mit den Truppen noch in Frankreich befand. Von jener Meinungsverſchiedenheit nun, die ſich von Seiten der Frieſen auf wohlverſtandene Partikular⸗ intereſſen begründete, kam es zu heftigen Streitigkeiten. Die mannhaften Frieſen, welche ſich zurückgeſetzt wähnten, wollten ihr Kontingent zur Belagerung Gertruidenbergs nicht ſtellen; es fielen harte Worte zwiſchen ihnen und ihrem Statthalter Wilhelm Ludwig.

Es war am 27. März 1593, als die Reiterei der Staaten, die zu Breda und Heusden in Garniſon lag, ſich unerwartet vor Gertruidenberyg zeigte und es berannte. Am folgenden Tage erſchien Prinz Moritz ſelbſt davor mit dem Fußvolk; er hatte nicht über 5000 Mann unter ſich und lagerte ſich mit einem Theile der Truppen an der weſtlichen, Graf Hohen⸗ lohe mit dem andern an der öſtlichen Seite der Stadt. Man mußte, wie bereits erwähnt, alles aufzubieten ſuchen, um ſich Gertruidenbergs ſchnell zu bemeiſtern, bevor Karl von Mansfeld aus Frankeich wiederkehrte, um es zu entſetzen. Demgemäß traf nun Moritz mit dem größten Eifer und der trefflichſten Sachkenntniß alle Anſtalten. Hier bewäͤhrte er die Probehältigkeit der Prinzipien, von welchen ſeine Kri egskunſt ausging, hier die Erfolge ſeiner ernſten Studien in derſel⸗ ben und beſonders in der Belagerungskunſt. Nachdem er(am 5. April) die nicht weit von der Stadt entfernte Schanze Steelhoven eingenommen und ſeinen perſönlichen Muth da⸗ bei vorgethan hatte, verſchanzte er ſein Lager, durch die in dieſer Arbeit eingeübten Soldaten ſelbſt,(welche dafür beſonders bezahlt wurden) und zwar auf eine wahrhaft bewunderungs⸗ würdige Weiſe. Ringsum von Wällen und Gräben umgeben, welche letztere durch Schleußen unter Waſſer geſetzt werden konnten und durch vier Feldſchanzen beſtrichen wurden, glich