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ſchicken konnten. Als der Herzog von Parma nach der Ent⸗ fernung der Armada wieder freiere Hand hatte, verſtärkte er alſobald die Belagerungstruppen und ſo mußte ſich endlich die tapfre Beſatzung Bonns— auf ehrenvolle Bedingungen— am 19. September 1588 ergeben. Sie erhielt freien Abzug mit Waffen und Fahnen und begab ſich theils nach Rheinberg, theils nach Wachtendonk, als den nächſtgelegenen Feſtungen, ſich nach einer Belagerung am 20. Dezember desſelben Jahres dem Grafen Peter Ernſt von Mansfeld, welcher ſie für den Kurfürſten Ernſt in Beſitz nahm.—
Inzwiſchen hatte ſich der Herzog von Parma veranlaßt gefunden, eine Unternehmung gegen das feſte Bergen⸗op⸗ Zoom auszuführen, die einzige Stadt in Brabant, welche der Krone Spanien nicht wieder unterworfen war, und noch zur Utrechter Union gehörte. Ein Arm der Schelde, die Voſſemaar genannt, trennt Bergen⸗op⸗Zoom von der ſeeländiſchen In⸗ ſel Tholen, deren Beſitz dem Herzog von Parma nothwendig ſchien, um jene Stadt mit Erfolg angreifen zu können. Er be⸗ orderte deshalb Montigny und den Grafen Ottavio von Mansfeld mit 800 Mann, um ſich Tholens zu bemächtigen, welches Graf Georg Eberhard von Solms für die Staaten behauptete. Die Feinde hatten zu ihrem Angriff auf Tholen die Zeit abgewartet, da der Waſſerſtand der Voſſemaar am niedrigſten war. Verwegen rückten jene achthundert Mann, bis an die Schultern im Waſſer ſtehend, und durch 2000 Schützen am anderen Ufer gedeckt, gegen die Uferdämme heran, von wo aus die Beſatzung der Inſel ſie mit einem ſo heftigen Feuer empfing, daß ſie ſich endlich, trotz aller Tapferkeit, mit großem Verluſt zurückziehen mußten. Demungeachtet unternahm Parma die Belagerung von Bergen⸗op⸗Zoom. Sie


