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die Mordluſt der Spanier bis zur Raſerei. Glücklich, wer
den Tod im Kampfe fand, er entging wenigſtens Mißhandlun⸗ gen und Foltern! So ſtarb der tapfre Schwarzenburg. Wer ſich über die Brücke retten wollte, wurde im Gewühl erdrückt, oder in die Fluthen der Maas hinabgedrängt. Verzweiflungs⸗ voll ſchleuderte da ſo manche Mutter ihr Kind in den Strom und ſtürzte ſich nach. Der ergrimmte Soldat hielt ſich jetzt durch Morden und Plündern für alle Gefahren und Strapatzen ſchadlos, und rächte die gefallenen Kameraden durch brutale Grauſamkeit. Als Alexander Farneſe, noch leidend, von ſpaniſchen Offizieren in einem reich geſchmückten Stuhle zum Triumph in die Stadt getragen wurde, ſah er ſchaudernd den Preis ſeines Sieges,— Trümmerhaufen und Leichenhügel! In der vorher ſo gewerbfleißigen, reichen, blühenden Stadt, welche unter ihren Einwohnern bloß 10,000 Tuchweber gezählt hatte, waren jetzt kaum 300 Bettler noch übrig; an zehntauſend Men⸗ ſchenleben hatte theils die Belagerung, theils der Mord bei der Erſtürmung weggerafft; die Anderen waren bis auf jenen klei⸗ nen Reſt entflohen; faſt nur die Sieger allein machten jetzt die Bevölkerung aus. Aber auch Farneſe hatte während der lan⸗ gen Belagerung ſo viele Soldaten eingebüßt, daß er— zum Glück für die Niederlande— für die nächſte Zeit keine bedeu⸗ tende Kriegsunternehmung wagen konnte. Ueberdies erholte er ſich auch ſehr langſam von ſeiner ſchweren Krankheit; ſeine Truppen, die ſich meiſtens in der Gegend von Roeremonde aufhielten, beunruhigten die Beſatzungen der Staaten in den benachharten Orten. Indeſſen übten die Malkontenten und die Wallonen Feindſeligkeiten, und ſo währte der kleine Krieg fort, verderblicher als ein großer, denn es war— ein Bürgerkrieg!
Die walloniſchen Landſchaften hatten während der


