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Sinne ſprach ſich Oranien auch in Privatſchreiben an die deut⸗ ſchen Fürſten über den Zweck ſeiner Rüſtung aus, nämlich die Perſon des Königs von Spanien von Alba's Gewaltherrſchaft noch immer wohl unterſcheidend, ſeine Treue für den Erſteren betheuernd, deſſen Intereſſe mit dem der unterdrückten Nieder⸗ lande verbindend,*) und wir haben keinen Grund, zu bezwei⸗ feln, daß er es auch wirklich ſo meinte. Es iſt das Charakte⸗ riſtiſche dieſer Revolution, daß ſie keine kühnen Ueberſprünge machte, ſondern, ſo lang als möglich, die hiſtoriſchen Formen feſt beibehielt. Uebrigens ſtand Oranien fortwährend in gehei⸗ men Verbindungen mit ſeinen Freunden in den Niederlanden, und wirklich unternahmen einige beherzte Männer in Friesland und Nordholland im Sommer Anſchläge, um ſich der Städte Alkmaar und Hvorn zu bemächtigen und ſie dem Prinzen, wenn er nach Holland käme, zu übergeben. Dieſe Unternehmungen hatten jedoch kein Reſultat, und Viele, welche ſich dabei bethei⸗ ligt hatten, wurden in der Folge verbannt. 8-
Mit dem größten Eifer hatte Oranien indeſſen fortwährend ſeine Heeresrüſtung betrieben. Gleichwohl ſah er ſich noch immer außer Stande, den Feldzug zu eröffnen, und zwar vornämlich deßwegen, weil die ihm verſprochenen Geldunterſtützungen weder ſo pünktlich noch in dem Umfange eingingen, wie er gehofft hatte. Dieſer Geldmangel lähmte, bei allen Anſtrengungen Oraniens, von vorneherein den Erfolg ſeiner Kriegsunterneh⸗ mungen, ſowie ihn derſelbe auch bereits verhindert hatte, ſeinen Feldzug gegen Brabant zugleich mit dem ſeines Bruders Ludwig in Friesland, zu beginnen, wodurch der ganze
*) Ein intereſſantes Dokument hierfür iſt ein Brief Oraniens,(bat. „Wiſſenheim in Unſerm Feldlager, den 4. Septbr. Anno 1568) an
Friedrich von der Pfalz, worin Jener Dieſen um Geſtattung des Durchzugs für ſeine Truppen und Zuführung des nöthigen Proviants
bittet.(Siehe die Zeitſchrift„die freie Preſſe“, 1840 Nr. 22.— 24.)


