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Alba, welcher ſich in der Mitte des Juli mit Vitelli vereinigt hatte, beſchloß, raſch einen entſcheidenden⸗Schlag zu führen. Er folgte mit ſeinem an Zahl und Kriegserfahrung überle⸗ genen Heere dem des Grafen, welches größtentheils aus Neu⸗ lingen beſtand und ſich noch überdieß weigerte, eine Schlacht zu liefern, bevor man ihm den rückſtändigen Sold auszahle. Unter ſolchen Umſtänden trieb der Herzog von Alba am 21. Juli ſeinen Gegner bei Jemmingen zur Schlacht. Er hatte die Stellung des feindlichen Heeres erforſcht und trefflich benützt; ein glänzender Sieg lohnte ſeine Kriegskunſt. Alles Gepäck und Geſchütz Ludwigs ſo wie deſſen Kriegsvorrath wurden eine Beute der Spanier; ein großer Theil ſeines Heeres fand den Tod durch des Feindes Schwert oder in den Fluthen der Ems. Lud⸗ wig ſelbſt rettete ſich über den Strom, ſammelte den Reſt ſeines Heeres und zog damit ſeinem Bruder zu, welcher ſeine
Heeresmacht im Gebiet des Erzſtiftes Trier verſammelte.
Als Pabſt Pius V. von Alba die Nachricht des Sieges bei Jemmingen erhielt, gebot er, drei Tage hindurch in allen Kirchen Roms feierliche Dankgebete zu halten; die Kanonen der Welt⸗ ſtadt donnerten Freudenſalven, und Freudenfeuer flammten. Einige ſchrieben das für das Papſtthum wichtige Ereigniß einem Ge⸗ lübde des Papſtes, Andere ſchrieben es dem Einfluß der heiligen Mama zu, welche als Schutzpatronin Spaniens die Gebete der ſpaniſchen Soldaten erhört habe. Indeſſen bewies ſich Alba nach ſeinem Siege nichts weniger als chriſtlich⸗verſöhnlich. Er mochte dafürhalten, es ſei ſeine Pflicht, ſich der höheren Gnade, welcher er den Sieg zu verdanken wähnte, durch fortgeſetzten Eifer in Aus⸗ rottung der Irrgläubigen würdig zu machen. So ließ er im Auguſt den Bürgermeiſter von Antwerpen, Antonvan Straa⸗
len, einen in vielfachen Beziehungen um die niederländiſchen
Intereſſen hoch verdienten Mann, zu Vilvoorden hinrichten. Der


