141 verſicherte, eine hoͤchſt ruheloſe Nacht ge⸗ habt; ihr Ausſehn und der Groll, den ich auch jetzt wieder fuͤhlen mußte— denn ihr ahnete vielleicht mein Verhaͤltniß— beaͤngſteten mich jetzt. Gegen den Mittag
kam der Bote, welcher Clotilden herbeifuͤh⸗
ren ſollte, zuruͤck und brachte mir ein Brief⸗ chen der Frau von Fannau. Ich las: „Liebes Dorchen! Mit bebender Hand
und todkrank vor Schreck melde ich Ih⸗
nen, daß Clotilde heut' am Morgen ver⸗ gebens geſucht, ihr Bett noch unberuͤhrt gefunden ward und daß auch Serny, mein Verwalter fehlt. Nach allem, was ich jetzt mit Entſetzen vernehme, ſtanden Beide wahrſcheinlich ſeit geraumer Zeit in gehei⸗ mem Vernehmen und die Graͤfin ward dem⸗ nach, gleich mir, von einer Heuchlerin be⸗
krogen, die nun unzweifelhaft mit dieſem
ihrem Ebenbilde entlaufen iſt.“


