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155 liebte, die Verbluͤhte, die Reizloſe— ich, vielleicht nur ein Gegenſtand fuͤr Eduards Grille, waͤhnte mich von dem bluͤhenden, rei⸗ zenden Sellow beachtet, und vergaß in wei⸗ biſcher Blindheit, daß ich nur zur Folie fuͤr die holdere Emilie diente, daß die Natur mir uͤberall nur die Rolle der uͤberfluͤſſigen dritten, der muͤſſigen Vertrauten zugetheilt hatte.— Sey gerecht, ſprach mein Geni⸗ us: Eduard liebt Dich! Und jetzt rief Theo⸗
dor— Muͤtterchen! Herz⸗Muͤtterchen!
Wohlthuend klang der theure Laut in mei⸗ nem Innern wieder; erheitert, getroͤſtet, eil⸗ te ich an des Lieblings Bette und laͤchelte uͤber die Verirrung meines kindiſchen Herzens.
Sie kehrten aus dem Schauſpiel heim. Emilie ging, ſich zu entkleiden, ihr Bru⸗ der warf ſich, ſchweigend, in's Sophg. Ich


