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— Sprich! Phädra klagt, daß ich beleidigt ſey. Wer verrieth mich? Warum bin ich nicht geräͤchet? Hat Griechenland, dem dieſer Arm ſo oft
Gedient, Zuflucht gegeben dem Verbrecher?
Du gibſt mir nichts zur Antwort. Sollteſt du's, Mein eigner Sohn, mit meinen Feinden halten? — Ich geh' hinein. Zu lang' bewahr' ich ſchon Den Zweiſel, der mich niederdrückt. Auf einmal Will ich den Frevel und den Frevler kennen. Von dieſem Schrecken, den ſie blicken läßt,
Soll Phaͤdra endlich Rechenſchaft mir geben. (Geht ab.)
Sechster Auftritt. Hippolyt. Theramen.
Hippolyt. Was wollte ſie mit dieſen Worten ſagen, Die mich durchſchauerten? Will ſie vielleicht, Ein Raub jedwedes äußerſten Gefuhls, Sich ſelbſt anklagen und ſich ſelbſt verderben? Was wird der König ſagen, große Götter! Wie ſchwer verfolgt die Liebe dieſes Haus! Ich ſelbſt, ganz einer Leidenſchaft zum Raube, Die er verdammt; wie hat mich Theſeus einſt Geſehen und wie findet er mich wieder? Mir trüben ſchwarze Ahnungen den Geiſt; Doch Unſchuld hat ja Böſes nicht zu fürchten.


