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Und denke ja nicht, daß ich dieß Gefuͤhl!
Vor mir entſchuld'ge und mir ſelbſt vergebe,
Daß ich mit feiger Schonung gegen mich
Das Gift genährt, das mich wahnſinnig macht. Dem ganzen Zorn der Himmliſchen ein Ziel, Haſſ' ich mich ſelbſt noch mehr, als du mich, haſſeſt. Zu Zeugen deß ruf' ich die Götter an,
Sie, die das Feuer in meiner Bruſt entzündet, Das all den Meinen ſo verderblich war,
Die ſich ein grauſam Spiel damit gemacht,
Das ſchwache Herz der Sterblichen zu verführen. Ruß' das Vergangne dir zurück! Dich fliehen War mir zu wenig. Ich verbannte dich! Gehäſſig, grauſam wollt' ich dir erſcheinen;
Dir deſto mehr zu widerſtehn, warb ich
Um deinen Haß— Was frommte mir's! Du haßteſt Mich deſto mehr, ich— liebte dich nicht minder, Und neue Reize nur gab dir dein Ungluͤck.
In Gluth, in Thraͤnen hab' ich mich verzehrt; Dieß zeigte dir ein ein'ger Blick auf mich,
Wenn du den ein'gen Blick nur wollteſt wagen. — Was ſoll ich ſagen? Dieß Geſtaͤndniß ſelbſt, Das ſchimpfliche, denkſt du, ich that's mit Willen? Die Sorge trieb mich her fuͤr meinen Sohn;
Fur ihn wollt' ich dein Herz erflehn— Umſonſt! In meiner Liebe einzigem Gefuhl
Konnt' ich von nichts dir reden als dir ſelbſt. Auf, räche dich und ſtrafe dieſe Flamme,
Die dir ein Gräu'l iſt! Reinige, befreie,
Des Helden werth, der dir das Leben gab,
Von einem ſchwarzen Ungeheu'r die Erde!


