Lerma. Noch einmal, Prinz! Reiſen Sie gluͤcklich! Schönre Zeiten werden kommen; Dann aber werd' ich nicht mehr ſeyn. Empfangen Sie meine Huldigung ſchon hier. (Er läßt ſich auf ein Knie nieder.)
Carlos(will ihn zuruͤckhalten. Sehr bewegt). — 4 Nicht alſo— Nicht alſo, Graf— Sie rühren mich— Ich möͤchte Nicht gerne weich ſeyn—
Lerma(kußt ſeine Hand mit Empfindung).
G König meiner Kinder! O, meine Kinder werden ſterben dürfen Für Sie. Ich darf es nicht. Erinnern Sie ſich meiner In meinen Kindern— Kehren Sie in Frieden Nach Spanien zurüucke. Seyen Sie Ein Menſch auf König Philipys Thron. Sie haben Auch Leiden kennen lernen. Unternehmen Sie Nichts Blut'ges gegen Ihren Vater! Ja Nichts Blutiges, mein Prinz! Philipp der Zweite Zwang Ihren Aeltervater, von dem Thron Zu ſteigen— Dieſer Philipp zittert heute Vor ſeinem eignen Sohn! Daran gedenken Sie, Prinz— und ſo geleite Sie der Himmel! (Er geht ſchnell weg. Carlos iſt im Begriff, auf einem andern Wege fortzueilen, kehrt aber plötzlich um und wirft ſich vor dem Leichnam
des Marquis nieder, den er nochmal in ſeine Arme ſchließt. Dann verläßt er ſchnell das Zimmer.)


