Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Gaben? Von meiner Liebe habt ihr euer Gluͤck nicht empfan⸗ gen. Mir gebuͤyrt nichts von der eurigen.

Ber Alte. O das ſchmerzt uns, mein theurer Herr, daß wir Alles beſitzen ſollen und nur die Freude des Dankes ent⸗ behren.

v. Hutten. Weg damit! Ich verabſcheue Dank aus ſo unheiligen Haͤnden. Waſchet erſt die Verleumdung von euren Lippen, den Wucher von euren Fingern, die ſchelſehende Miß⸗ gunſt aus euren Augen. Reinigt euer Herz von Tuͤcke, werft eure gleißneriſchen Larven ab, laſſet die Wage des Richters aus euren ſchuldigen Haͤnden fallen. Wie? Glaubet ihr, daß dieſes Gaukelſpiel von Eintracht mir die neidiſche Zwietracht verberge, die auch an den heiligſten Banden eures Lebens nagt? Kenne ich nicht jeden Einzelnen aus dieſer Verſammlung, die durch ihre Menge mir ehrwuͤrdig ſeyn will? Ungeſehen folgt euch mein Auge Die Gerechtigkeit meines Haſſes lebt von euren Laſtern. Su dem Alten.) Du maßeſt dich an, mir Ehr furcht abzufordern, weil das Alter deine Schlaͤfe bleichte, weil die Laſt eines langen Lebens deinen Nacken beugt? Deſto gewiſſer weiß ich nun, daß du auch meiner Hoffnung verloren biſt! Mit leeren Haͤnden ſteigſt du von dem Zenith des Lebens herunter; was du bei voller Mannkraft verfehlteſt, wirſt du an der Kruͤcke nicht mehr einholen. War es eure Meinung, daß der Anblick dieſer ſchuldloſen Wuͤrmer(auf die Kinder zeigend) zu meinem Herzen ſprechen ſollte? O ſie alle werden ihren Vaͤtern gleichen; alle dieſe Unſchuldigen werdet ihr nach eurem Bilde verſtuͤmmeln, alle dem Zweck ihres Daſeyns entfuͤhren

O warum ſeyd ihr hieher gekommen? Ich kann nicht Warum mußtet ihr mir dieſes Geſtaͤndniß abnoͤthigen? Ich kann nicht ſanft mit euch reden.(Er geht ab.)