Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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Roller. Und leck iſt das Ganze, wenn er's nicht thut. Ohne den Moor ſind wir Leib ohne Seele.

Spiegelberg(unwillig von ihm weg). Stockfiſch!

Moor t(ttritt herein in wilder Bewegung, und laͤuft heftig im Zimmer auf und nieder, mit ſich ſelber ſprechend). Menſchen— Menſchen! falſche, heuchleriſche Krokodilbrut! Ihre Augen ſind Waſſer! ihre Herzen ſind Erz! Kuͤſſe auf den Lippen! Schwerter im Buſen! Loͤwen und Leoparde fuͤttern ihre Jungen, Raben tiſchen ihren Kleinen auf dem Aas, und Er, Er,— Bosheit hab' ich dulden gelernt, kann dazu laͤcheln, wenn mein erboster Feind mir mein eigen Herzblut zutrinkt— aber wenn Blutliebe zur Verraͤtherin, wenn Vaterliebe zur Megaͤre wird: o ſo fange Feuer, maͤnnliche Gelaſſenheit! verwilde zum Tiger, ſanftmuͤthi⸗ ges Lamm! und jede Faſer recke ſich auf zum Grimm und Ver⸗ derben!

Roller. Hoͤre, Moor! was denkſt du davon? Ein Raͤuber⸗ leben iſt doch auch beſſer, als bei Waſſer und Brod im unterſten Gewoͤlbe der Thuͤrme?

Mogr. Warum iſt dieſer Geiſt nicht in einen Tiger ge⸗ fahren, der ſein wuͤthendes Gebiß in Menſchenfleiſch haut? Iſt das Vatertreue? iſt das Liebe fuͤr Liebe? Ich moͤchte ein Baͤr ſeyn und die Baͤren des Nordlands wider dieß moͤrderiſche Geſchlecht anhetzen— Reue, und keine Gnade!— O, ich moͤchte den Ocean vergiften, daß ſie den Tod aus allen Quellen ſaufen! Vertrauen, unuͤberwindliche Zuverſicht, und kein Erbarmen!

Roller. So hoͤre doch, Moor, was ich dir ſage!

Moor.„Es iſt unglaublich, es iſt ein Traum, eine Taͤuſchung — So eine ruͤhrende Bitte, ſo eine lebendige Schilderung des Elends und der zerfließenden Reue— die wilde Beſtie waͤr' in Mitleid zerſchmolzen; Steine haͤtten Thraͤnen vergoſſen, und doch — man wuͤrde es fuͤr ein boshaftes Pasquill aufs Menſchen⸗

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