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Nun, auf was hofft Ihr denn ſonſt? Koͤnnt Ihr das ſaliſche Geſetz, welches von den fraͤnkiſchen Zeiten her in unſrer Familie herrſcht, koͤnnt Ihr's aus dem Gedaͤchtniſſe des Parlaments und der Franzoſen wiſchen, wie man mit einem Schwamm geſchriebene Worte von einer Tafel wiſcht?
„Im Gegentheile, wir wollen das ſaliſche Geſetz zu Ehren bringen.“
Das heißt?—
„Der Koͤnig, mein Sohn, wird als ſaliſcher Herr auf⸗ treten. Herzog Peter, Suſanna's Vater, war ja doch ver⸗ maͤhlt mit Anna von Frankreich aus dem koͤniglichen Hauſe, mit ihr zeugte er Suſanna, nachdem im Ehekontrakte ver⸗ ſprochen war“—
Was?
„Die Bourboniſchen Domainen ſollten an's koͤnigliche Haus fallen, wenn aus dieſer Ehe keine maͤnnliche Nach⸗ kommenſchaft erwuͤchſe. Iſt es nicht ſaliſch, wenn morgen der General⸗Advokat im Namen des Koͤnigs vom Parla⸗ mente das Herzogthum in Anſpruch nimmt?“
Bei dieſen Worten ſtand der Connetable heftig von ſeinem Stuhle auf, und die Hand ausſtreckend, die Lippen offnend, als wollte er etwas Arges ſprechen, blieb er vor der ſitzenden Herzogin ſtehen, und ſeine flammenden Augen ruhten verzehrend auf ihr. Aber er ſprach die Worte nicht aus, die auf der Lippe ſchwebten, und die Herzogin ergriff ſanft ſeine Hand, und bat ihn, ſich wieder zu ſetzen, ruhig zu ſein, ruhig zu pruͤfen; man werde jetzt nicht haͤrter ſein gegen das Haus Bourbon als Ludwig XII. es geweſen,


