Teil eines Werkes 
3. Band (1839)
Entstehung
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296 Se Freiheit ſingt Klagelieder und der Ruhm weint über die rauchenden Trophäen des Sieges. Roſenthal fiel, von der Menge überwältigt; ich allein ſchloß ſeine Augen, ich allein begleitete ſeine theuren Reſte zum Grabe. Sein letzter Seufzer, den er an mei⸗ nem Buſen aushauchte, war der Erinnerung an Oeſtreich und an die theuren Bande gewidmet, die durch eine Verbindung unglücklicher Umſtände ſchon gelöst, wo nicht durchſchnitten waren. Seinem Wunſche gemäß ſchreibe ich, um Sie mit ſeinem Schickſal bekannt zu machen. Trauern Sie nicht um ihn; er ſtarb wie ein Held. Benetzen Sie den Lorbeer, der über ſeinem Grabe blüht, mit Thränen des Mitleides, nicht des Schmerzes. Er kam hier her, um die Rechte eines unterdrückten Volkes zu vertheidigen; er kam, um die Schlachtopfer der Willkür zu befreien; er kam um zu rächen, oder im Kampfe zu ſterben. Er iſt geſtorben. Die glän⸗ zenden Annalen des Ruhmes ſind mit einem neuen Namen bereichert und die Klage des Schmerzes verſtummt vor dem Glanz der Verherrlichung. Mein Tag ſoll noch kommen, aber er iſt unausbleiblich. Heute habe ich den Kampf überlebt, um morgen, vielleicht deſto glorreicher, zu fallen. Es gibt Fälle, in denen der Tod der ſchönſte Lohn des

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