Teil eines Werkes 
3. Band (1839)
Entstehung
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„Sage vielmehr, der Tyrannei einer Stieſ⸗ mutter,“ verſetzte Lindenberg vorwurfsvoll.

„Auch wenn die Eltern hart und grauſam ſind, ich wiederhole doch meine Behauptung. Blicke nicht ſo finſter, theuer Leopold, ich widerſetze mich Deinen Wünſchen nicht und habe auch dem Mädchen, das Deine Liebe gewählt hat, meine ſchweſterliche Ach⸗ tung und Freundſchaſt nicht verſagt. Ich ſuche Dir nur die Wichtigkeit Deiner Pflichten zum Bewußt⸗ ſeyn zu bringen. Deine Liebe, Deine Zäfrtlichkeit muß ſie für alles Andere entſchädigen. Kein väter⸗ licher Segen wird die Feierlichkeit heiligen; das Ge⸗ heimniß wird den Altar umſchleiern und Heimlichkeit wird die Brautgeſänge zurückdrängen.“

„Die Liebe wird Alles in Allem für uns ſeyn!“ rief der junge Enthuſiaſt glühend aus.

„Mögeu dieſe ſüßen Hoffnungen nie eine Täu⸗ ſchung erfahren!“ ſeufzte Ella.

„Konſtanze hat verſprochen, die meinige zu wer⸗ den. Wir gehören einander an. Muß ich Dich erſt bitten, theure Schweſter, es geheim zu halten?“

„Ach, ich habe wenig Gelegenheit, das Ge⸗ heimniß, das Du bei mir niedergelegt haſt, zu ver⸗ breiten, Aber wenn Du es ganz mir anheimſtellen wollteſt, wäre es mir lieber.“

„Nein, Ella, nein! Stillſchweigen iſt für den — 16*

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