Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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unſer Vergnügen ſich freut: und wenn auch die Täuſchung ſchon unſer Schickſal vergiftet hat, un⸗ beugſam müßte das Herz ſeyn, das durch ſtete Freund⸗ lichkeit und Güte nicht gerührt würde.

Dieſe Wahrheit machte ſich auch bei Ella gel⸗ tend. Ihr reines Herz wandte ſich innig ihrem Ge⸗ mahle zu, den ſie zu ſchätzen vermochte, da ſie ſeine vortrefflichen Eigenſchaften ruhig zu beurtheilen wußte. Sie war jetzt ſchon mehrere Monate Gattin und mit Corſini's Charakter allmählig vertraut geworden, und nach und nach gelang es ihr, ſeine Liebe mit einem Theile ihrer Zärtlichkeit zu erwiedern. Auch verbanden ſich viele Umſtände, den Beginn ihrer Ehe zu begünſtigen; denn Frau von Lindenberg, zu⸗ frieden mit der Lage ihrer Tochter, war nach Schloß Ehrenfels zurückgekehrt, während Leopold bei ſeinem Berufe in Wien blieb, ſo daß der Fürſt und die Fürſtin von Corſini ganz allein gelaſſen waren. Dies war an ſich ſchon förderlich für ihr Glück, denn die Gegenwart der nächſten Verwandten iſt oft der rich⸗ tigen gegenſeitigen Schätzung der Eheleute ganz entgegen, bei denen die Eindrücke im Beginne des Eheſtandes eine unauslöſchliche Spur zurücklaſſen. Ein fünfzigjähriger Eheſtand kann verbittert werden durch einen grämlichen Tag, ein unüberlegtes Be⸗ kenntniß, eine raſche Folgerung. Das beſte Mittel