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werden! Um wie viele Güter gefleht, die nicht be⸗ willigt werden! Wie lächelnd iſt die Ausſicht und welche Veränderung ſteht oft bevor; die Hoffnungen vergiftet, die Gefühle vernichtet, die Liebe getödtet oder nur dazu lebend, die Verlaſſenheit zu beweinen, welche die Zeit gebracht hat!
In der That kann man oft über eine Braut eher weinen als ſich freuen; ein Leichentuch ſpricht nicht ſelten von weniger Unglück, als ein Braut⸗ ſchleier. Das eine bedeckt den Todten, der zu fühlen aufgehört, der andere ſchmückt ein lebendes Opfer, das auf dem Altare menſchlicher Unbeſtändigkeit ge⸗ opfert werden ſoll! Jung, vertrauens⸗ und liebevoll, übergibt die Braut freiwillig ihre ganze Zukunft dem Schutze ihres Gatten; ſie hat ſich zu Sittſamkeit und Gehorſam verpflichtet. Durch die heiligſten Bande gebunden, Bande, die keine irdiſche Macht trennen kann, iſt ihre Neigung gleichwohl jedem Zufall unterworfen, jedem Windſtoß ausgeſetzt, jedem Wechſel blos geſtellt. Ein hartes Wort, ein abge— wandter Blick, eine geringfügige Vernachläßigung kann eine empfindliche Natur erkälten und entfremden. Was dann, wenn Verkehrtheit und Täuſchung ihre Galle in den Kelch der Freude miſchen?
O Ihr, die Ihr durch die heiligen Bande der Ehe verbunden ſeyd, hütet Euch mit dem Glücke zu


