Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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„Ich kann weder meinen Gefühlen, noch meinen Beſorgniſſen Worte geben,“ verſetzte der Baron, ſeine Hand an ſeine Stirne legend.„Ein unwiderſteh⸗ liches Gefühl düſterer Ahnung ſchwebt über mir— eine Unruhe des Geiſtes, die ich weder erklären, noch bezwingen kann.“

„Ein Vorgefühl von Unglück!“ unterbrach ihn die Baroneſſe.„O Friederich, ſo haſt auch Du dieſes Gefühl? Bis dieſen Augenblick wagte ich nicht, Dir meine eigenen düſteren”“—

„Horch!“ rief Ella, haſtig aufſtehend,„ich höre einen Laut.“

Der Baron erhob ſein Haupt, während ſeine Tochter die dichten Vorhänge von den Fenſtern zu⸗ rückzog. Der Mond entſtrömte aus kleiner Scheibe ein glänzendes Licht; die bleichen Strahlen ſchim⸗ merten zitternd durch die Fenſterflügel. Myriaden Sterne ſchmückten das Firmament. Alles war drau⸗ ßen kalt und hell, und durch die froſtige Atmoſphäre drang das fernſte Geräuſch mit erſchreckender Deut⸗ lichkeit. In dieſem Augenblick ſchlug der treue Haus⸗ hund im Hofraum mit ſtarker und tiefer Stimme an, und der Laut eines eiligen Pferdes verkündigte einen Beſuch. Ein lauter, wiederholter Ruf erſchallte durch das Schloß und in zwei Augenblicken lag Leopold in den Armen ſeiner Eltern.