Teil eines Werkes 
1. Band (1839)
Entstehung
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mögen wir hier zugebracht, viele trügeriſchen Hoff⸗ nungen mögen wir hier gehegt haben; aber ſtets iſt die Erinnerung an vergangene Begebenheiten von einer bunten Mannigfaltigkeit von Gefühlen begleitet, mit der Oertlichkeit verbunden, die Zeuge war von unſern Freuden und unſern Leiden, un⸗ ſern Beſorgniſſen und unſern Hoffnungen, unſern Triumphen und unſern Täuſchungen. Man hat Gefangene weinen ſehen, als ſie das Gefängniß verließen, dem ſie zuvor zu entfliehen geſucht hatten. Die unzähligen Faſern des Herzens ſchlingen ſich unbewußt um die umgebenden Gegenſtände, und es iſt die wohlthätige Beſtimmung des Menſchen, Das zu lieben, was ſeine Aufmerkſamkeit beſchäf⸗ tigt, ſeinen Bedürfniſſen dient, und die peinliche Leere ſeines Geiſtes ausfüllt.

Ella, die in der That Wien nicht liebte, und durch den ermüdenden Glanz der Hofgröße, die ſie umgeben hatte, ſich nicht hatte verführen laſſen, fühlte dennoch ſchmerzlich ihre Trennung von der Hauptſtadt. Ihre prachtvolle Kaiſerburg ſchwand in die Ferne, ihre hohen Thürme ſanken am Ho⸗ rizont hinab, die tiefen Waſſer, die wie eine weit⸗ verzweigte Arterie mitten durch ſie hindurchfloßen, rollten ihr jetzt ferne von ihren herrlichen Mauern dahin. Sie weihte dem Gedächtniß Alberts einen