Teil eines Werkes 
1. Band (1839)
Entstehung
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Ella beſaß, obgleich Niemand eine einzige ihrer Eigenſchaften männlich nennen konnte, jenen hohen Sinn, der ſie für Alles wahrhaft Edle in hohem

Grade empfänglich machte. Ihr ſchien eine Art

von ſittlicher Geiſtesverwandtſchaft inzuwohnen, ver⸗ möge deren ſie ſich beſonders für die Geſellſchaft ihres Vaters eignete, und ihre junge Seele wurde gleichſam der Spiegel, in welchem er das Bild ſeines Charakters in unbefleckter Reinheit im Kleinen erblickte.. Während der Dauer ihres alljährlichen Be⸗ ſuchs zu Ehrenfels widmete ſich Lindenberg beſonders der Pflege der Talente ſeiner Tochter; und freudig entzog er ſich der Unruhe der öffentlichen Angelegen⸗ heiten, da er ſo in dem engen Kreiſe ſeiner Fa⸗ milie einen Gegenſtand ſeines ſtets wachſenden An⸗ theils hatte. Die romantiſche Abgeſchloſſenheit ihres Stammgutes wurde ihnen ſtets theurer, je freier ſie ſich ihren häuslichen Vergnügungen hingeben konnten; und beſonders die Baroneſſe zog, vermöge ihrer eigen⸗ thümlichen Gewohnheiten und Anſichten, deſſen groß⸗ artige Einſamkeit den Feſtlichkeiten des kaiſerlichen Hofes vor, und fühlte, daß die Bande des Blutes ſich enger zuſammenſchließen, wenn die Beſchäftigungen eines thätigen Lebens ſich daran knüpfen. Mie⸗ mals erſchien ihr Gatte ihr ſo liebenswürdig, als

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