Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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zubrechen beginne. Das Verhältniß zwiſchen einem jugendlichen Lehrer und einer jungen Schülerin hat ſeines Gleichen nicht, und noch ſind wenige ihrem Schickſal entgangen, das ihnen gebot die Herrſchaft in die Hände des anfangs ſo ehrfurchtsvollen und ge⸗ horſamen, zuletzt aber ſiegreichen und gebietenden Zöglings zu legen. Fräulein Laura ſo wurde ſie genannt war ſehr be⸗ vorzugt und empfing den Unterricht meiſt unabhängig von den übrigen Töchtern der Ecole, nur in Gegenwart der Gräfin von Hohenheim. War nun die Aufſicht dieſer gefürſteten Frau zwar geeignet eine gewiſſe Entfernung zu unterhalten, ſo hatte dagegen ihre Güte, ihr Wohlwollen eine Sonnenwirkung auf das Gemüth, welche mancherlei ſchüchterne Blumen und Pflanzen daſelbſt her⸗ vorkeimen machte. Francisca ſtand nicht nur als ein ſchützender Wetterableiter zwiſchen ihrem raſchen Gemahl und den Menſchen: ſie wußte auch perſönlich ihren Umgebungen aufs Freundlichſte und Liebevollſte zu begegnen, und ſo hatte es in mancher guten Stunde das Ausſehen als ob Mutter und Tochter mit einem be⸗ günſtigten Freunde zuſammenſäßen, dem vielleicht noch größere Rechte bevorſtehen ſollten. Und wie im Leben oft unbeachtete Umſtände folgenreich werden, ſo kam eben um dieſe Zeit eine drückende, nie erlebte Sommerhitze hinzu, welche die vortreffliche Dame mitunter etwas in Schlummer verſenkte, und das Fräulein verfehlte niemals einen ſolchen Augenblick zu einer plötzlichen Kreuz⸗ und Querfrage zu benutzen, wodurch die Gedanken des bedrängten Lehrers noch mehr in Verwirrung kamen. Des Lehr⸗ plans hatte ſie ſich ſchon nach den erſten Stunden bemächtigt, denn ihrer eigenthümlichen, beweglichen Anſchauungsweiſe war nicht zu widerſtehen. Sie fand die Geographie langweilig, und der junge Inſtructor, der dieſes Fach ſelbſt in der Geſchwindigkeit ſich aneignen mußte um es wieder mitzutheilen, mochte in der Stille derſelben Meinung ſein. Nun hatte ſie eines Tages eine

er fragte ſich bald, ob denn wirklich wieder ein Lenz für ihn an⸗

Gemäldeſammlung beſchaut und rief ihm als er zur gewohnten