Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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XVII

heftigſten Umwälzung. Selbſt ſeine vornehmſte Schöpfung, die Akademie, das Ideal ſeines Lebens, überlebte ihn nicht: ſie wurde gleich nach feinem Tode von ſeinem Bruder und Nachfolger auf⸗ gehoben. Und doch iſt es gerade dieſe Pflanzſtätte junger Geiſter, die Wiege Schillers und manches berühmten Zeitgenoſſen, welche dem Herzog Karl von Wirtenberg eine über die engen räumlichen und geiſtigen Grenzen ſeines Machtgebots weit hinausreichende Bedeutung verlieh. Sie iſt auch der Boden auf welchem ſich die folgenden Lebensbilder wiederholt bewegen, und ich hoffe daher daß dieſelben nicht bloß den engeren Bezirk ähres einſtigen Schau⸗ platzes anziehen, ſondern auch in weiteren Kreiſen freundliche Aufnahme finden werden.

III. Bigeuner und Vaganten.

Die amtlichen Gauner⸗ und Vagantenliſten Deutſchlands und der Schweiz weiſen in den achtziger Jahren des vorigen Jahr⸗ hunderts eine Anzahl von etwa vierzigtauſend Individuen zigeu⸗ neriſcher und deutſcher Abkunft nach, wovon die Mehrzahl auf den ſchwäbiſchen Kreis und ein bedeutender Antheil auf den Schwarz⸗ wald fällt. Dieſe Heimathloſen trieben ſich theils einzeln theils in kleineren oder größeren Banden umher, und ihr Leben durchlief alle Abſtufungen vom luſtigen Müßiggang bis zum verwegenen Handſtreich auf wohlverwahrte Wohnungen, ja mitten in Dörfern und Städten. Eine vielleicht ſechsmal ſo große Anzahl von Diebs⸗ wiſſern, Diebshehlern und Unterhändlern gab ihnen einen ſtarken Rückhalt. Will man ſich auch nur die Möglichkeit ſolcher Zuſtände

wieder vor die Augen bringen, ſo muß man ſich erinnern daß Schiller's Heimathjahre. 1. II