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2 An K. Rudolf.
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Alte Bekannte ſind es, alter lieber Freund, die hier in der Dämmerung des Herbſtabends auf Deinem Berge aulangend au Deinem Häuschen klopfen. Wie ſie Dir vor achtzehn Jahren zugeeignet waren, ſo wollen ſie Dir auch heute wieder angehören. Sie bringen neue Geſellſchaft mit, die Deine Gaſtfreundlichkeit gleichfalls in An⸗ ſpruch nimmt, und melden Dir auf Oſtern noch einen zweiten Beſuch.
Wenn Du jedoch dieſe Deine Pflegebefohlenen von damals muſterſt, ſo wirſt Du ein und das andere Pathchen darunter vermiſſen, wirſt übrigens, denke ich, darob weder mir den Rock zerreißen noch Dir die Haare ausraufen. Biſt Dy doch ſelbſt daran ſchuld, denn ſie haben vor den mittelalterlichen Geſtalten Deines nſchwarzen Schloſſes“ das Feld geräumt, weil in dieſem Spiegel deutlich zu leſen war, daß man den Studenten des 19. Jahrhunderts, wenigſtens der erſten Hälfte deſſelben, nur dann erträglich ſchildern kann, wenn man ihn geradezu um dreihundert Jahre älter macht.


