— 49— Friedenswald an. Seine wunderſchoͤne Lage entzuͤckte Alle. Die Natur hatte ihren Fruͤh⸗ lingsglanz uͤber das bluͤhende Thal ausgeſtroͤmt; wie Geiſter des Friedens ſtanden die fernhin in klarer, warmer Luft ihre Wipfel wiegenden Birken da, von dem zarten jungen Laube wie von einem gruͤnen Dufte umflogen. Quellen ſprangen von Felſen und Huͤgeln herab in die
lachenden Wieſen, als freuten ſie ſich ihrer
Freiheit, und daß ſie der langen Haft des ſtar⸗ ren Winters entlaſſen worden waͤren.
Ich ritt neben Louiſens Wagen. Ihr Auge ſchwelgte in den Wundern einer ſtets guͤtigen, ſtets freigebigen Natur. Wir fuhren durch eine Pflanzung von Kirſchbaͤumen. Ein ſanfter Hauch, wie der Geiſt des Allmaͤchtigen, ging durch ihre Wipfel, und uͤbergoß uns mit einem Bluͤthenregen. Auf Louiſen waren die meiſten gefallen, gleichſam als haͤtten ſelbſt die lebloſen Blaͤtter ſich durch mangnetiſche Gewalt zu der Lieblichen hingezogen gefuͤhlt. Ich aͤußerte dies halblaut gegen Louiſen; ſie laͤchelte erroͤthend
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