Teil eines Werkes 
[1] (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

ein, und der Jaͤger machte meinen Franz auf⸗ merkſam, daß ein wenig getanzt werden wuͤrde.

Ob ich die Einladung ausſchlagen konnte? Ich ſah ja Louiſen ich nahm ſte dankbar an. Der Anſtand erforderte, daß ich noch die⸗

ſen Vormittag den Damen aufwartete. Ih

kleidete mich ſorgfaͤltiger, als gewoͤhnlich, und fuhr nach dem Hotel der Graͤfin. Louiſe war reizender, ſchoͤner, als je. Ein geſchmackvolles Morgenkleid umſloß ihre liebliche, zarte Go⸗ ſtalt, der friſche Glanz der Jugend bluͤhte auf ihren Wangen und ihr ſchoͤnes Auge duͤnkte mich beſeelter, als je. Sie hielt eine Roſe in

der Hand. Bemerkte ſie, daß ich mit einem An⸗ flug von Eiferſucht die Blume anſtarrte, oder

ahndete ſie ein ſolches Gefuͤhl wenigſtens in mir? Genug, mit einem himmliſchen, zauberi⸗ ſchen Laͤcheln ſprach ſie, auf die Roſe deutend:

Das Morgengeſchenk einer Freundin, Herr

Graf; darf ich es Ihnen anbieten? Sollte ich das ſchoͤne Geſchenk annehmen? Dies war Kuͤhnheit; es auszuſchlagen, wuͤrde