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Der Verschollene : Novelle / von L. Kruse
Entstehung
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Kinder und Enkel, bis auf die Kleinſten, ein⸗

laden; Alle waren auf ſein Geheiß in tiefe

Trauer gekleidet. Und ſo wanderten ſie Alle, er an der Spitze, nach der Kapuzinerkirche hinuͤber. Nach der Veranſtaltung des greiſen Herrn war an dieſem Tage in der ſonſt un⸗ ſcheinbaren, ſchlichten Kirche eine dort nie ge⸗ ſehene Pracht entſaltet, zur Verwunderung der Vaͤter, und der ganzen Umgegend, deren Neugierde nichts anderes ausfinden konnte, als daß der Verſtorbene nur einmal ſeit ſei⸗ nem Eintrikte ins Kloſter deſſen Manern ver⸗ laſſen, und zwar eine Racht, die er in Ge⸗ beten bei dem Sarge der letzthin verſchiedenen Schloßfrau zugebracht hatte. Auch die Fami⸗ lie bezeigte eine gleiche Verwunderung, beſon⸗ ders da, nachdem alle kirchliche Ceremonien vollendet, alle Gebete verrichtet, und die letz⸗ ten Toͤne des Requiem verhallt waren, der Sarg, in welchem die ſchoͤne Leiche eines ehrwuͤrdigen Greiſes im Ordenskleide Aller

Angen ſichtbar lag, zugemacht, dann aufge⸗

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