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Der Verschollene : Novelle / von L. Kruse
Entstehung
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21 nes Phlegma's, in Zorn zu gerathen, als er inne ward, daß er, der Erweichung des Freundes ungeachtet, doch in den Wind ge⸗ ſprochen hatte. Mitten in ſeinem Unmuthe konnte er nicht umhin, dem Himmel zu dan⸗ ken, daß er nicht wie dieſer ſey, und daß Gott ihn vor der Gewalt einer ſo unſinnigen und ſuͤndlichen Leidenſchaft, wie der Liebe ſo wie ſie jetzt ſeinen Augen ſich darſtellte, be⸗ huͤtet habe; auch konnte er in dem uͤbermuͤ⸗ thigen Selbſtvertrauen ſeines kuͤhleren Blutes nicht begreifen, wie der mit hoͤheren Geiſtes⸗ gaben vor allen andern Geſchoͤpfen geſchmuͤck⸗ te Menſch ſich dieſer ſo unwuͤrdig bezeigen koͤnnte. Darum mochte er auch nicht ganz an dem Freunde verzweifeln; hatte er doch ſo viel erreicht, daß dieſer den Abgrund erkann⸗ te, in den ſein ſinnloſes Benehmen nicht blos ihn und die Seinigen, ſondern die An⸗ gebetete ſelbſt, die noch keine Ahnung davon hatte, daß der Geliebte verheirathet ſey, ſtuͤr⸗ zen muͤßte. Er nahm ihm das heilige Ver⸗