Jahrgang 
2
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Im Hauſe erfragte ſie das Geſellſchaftszim⸗ mer, ſchickte an der Thuͤre den Bedienten zu⸗ ruͤck und oͤffnete leiſe, nicht ohne Herzklopfen. Sie trat hinein, ſah ſich aͤngſtlich um, und wie ſie in der Niſche das Marmorbild des Vaters erblickte, blieb ſie erſchrocken ſtehen und faltete, wie ein Kind, das gefehlt hat, die bittenden Haͤnde. Wie oft hatte ſie nicht geſucht, ſich des Vaters zu erinnern, ſich geſehnt, das ver⸗ geſſene Bild in ihrer Vorſtellung zu erwecken! Das wurde jetzt in ihrem kindlichen Herzen ſo lebendig, daß davon das todte Bild ſelbſt fuͤr ſie ein Leben gewann. Sie nahte ſich langſam und vorgebeugt, mit ſeelenvollem Blick die kal⸗ ten Zuͤge verſchlingend, bis von Anſtrengung und Ruͤhrung das ſchoͤne Auge feucht erglaͤnzte und ſie, niederknieend auf der Stufe, die Stutz⸗ ſaͤule umfaßte, auf der das Bruſtbild ſtand.

Vater! fluͤſterte ſie ſchuͤchtern, Vaͤterchen! Du kennſt mich nicht mehr? Ich bin ja Deine