Jahrgang 
2
Einzelbild herunterladen

484

bin und her wogten. Moorfeld dachte bei dieſem Bilde an ſeinen Fackelritt in der Waldnacht am Erieſee.

Haſtig ſprang er aus dem Wagen, gegen alles Weh ſeiner Er⸗ innerungen in dieſes Haus, wie in einen delphiſchen Hain, zu flüchten.

Er fand an der Auffa hrt noch mehrere Equipagen vor und trat mit mehreren Gäſten zugleich jetzt durch die weitgeöffnete Vorhalle. Zwei Neger in Lioree ſtanden rechts und links am Eingange, welche ſich die Namen der Ankommenden ausbaten, um ſie mit einer, nicht ſtets correcten Ausſprache ins Parlour vorauszurufen.

Als Moorfeld ſeinen Namen nannte, öffneten ihm die Neger nicht das Parlour, ſondern einer derſelben bat ihn im Namen der Miſtreß Bennet, ihm ins Drawing⸗Room zu folgen.

Moorfeld überließ

ſich ihm.

Er dachte unterwegs über die Ausbildung des republikaniſchen Geiſtes in Amerika nach. Der neue Gebrauch der Livree in der Newyorker haute Finance ſchmiegte ſich jedenfalls als eine pikante Illu⸗ ſtration um die Deviſe: all men are equal; ja, und hatte er nicht

an einer der Equipagen, die vor dem Hauſe hielten, im Halbdunkel des Lampenſcheines deutlich ein Wappen erblickt?

Indeß führte ihn der Neger durch jene Reihe von Apartements, welche die Kunſtſammlungen des Hauſes enthielten, der den Geſell⸗ ſchaftsſälen entgegenliegenden Seite zu nach dem Empfangzimmer der

Hausfrau. Moorfeld trat in das Gemach, welches eine Milchlampe unter

blaßrothem Lichtſchirm mild erleuchtete. Miſtreß Bennet verweilte

ganz allein in demſelben. Sie erhob ſich bei Moorfeld's Anmeldung

aus einem Schaukelſtuhl und trat ihm mit einer Blume in der Hand nicht ohne Bewegung, wie es ſchien, entgegen.

Ich habe Sie bemüht, Herr Doctor, ſagte ſie, indem ſie ihm die Blume überreichte, um ſie mit einer Veränderung in unſerem Familien⸗ leben au fait zu ſetzen, von welcher es Mr. Bennet lieb ſein wird, wenn er ſie, im vis--vis mit Ihnen, ſchon als eine Vorausſetzung behandeln kann. Sie hatten die Aufopferung, in einem etwas charakteriſtiſchen Augenblicke den Dehors unſerer Parthien einen großen Dienſt zu leiſten, indem Sie mit dem Verſprechen, die äſthetiſchen Studien meiner jüngſten Tochter zu leiten, einem peinlichen Eclat die