Jahrgang 
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Er verplauderte noch eine Weile mit dem alten Wiedergefundenen, den er immer mehr von Neuem erkannte, wenn auch in kühneren Linien und weiterem Zirkel, gleichſam das Ideal ſeiner ſelbſt. Es war ein Geſprächsgang im höchſten Style, und Moorfeld mochte ſelbſt die freundſchaftliche Smollis⸗Buße des vergeſſenen Du auf eine Stunde vertagen, die mehr vertraulich als geſchwungen war.

Tief befriedigt kehrte er l Hauſe.

Des andern Tages war unſer junger Europäer ſicher der unruhigſte Gaſt, der in ſeinem Boardinghouſe an der Tafel des zweiten Früh⸗ ſtücks oder ſogenanntenLunch ſaß. Nach Aufhebung des Lunch ſchlug die legitime Stunde der Morgenviſiten. Der Wagen nach Frau v. Milden's Wohnung war ſchon früher beſtellt. Hundertmal zog Moorfeld die Uhr, mit ungeduldigen Blicken ſah er dem Meſſer des ſchwarzen Vorſchneiders zu, der die verſchiedenen Rumſteaks, Cote⸗ letts u. ſ. w. in all jene unzähligen Atome zerfällte, in welchen ſie den Gäſten dargereicht wurden. Da öffnete ſich die Thüre und ein Menſch, deſſen Aeußeres, wie gewöhnlich durch nichts ſeine Function be⸗ zeichnete, überreichte den Damen des Hauſes, einem jungfräulichen Schweſterpaar von myſtiſchen Jahren, welches der Tafel präſidirte, eine Karte. An einer hämiſchen Bemerkung, welche die herbſtlichen Fräuleins ſich zuflüſterten, bemerkte Moorfeld, daß es eine Verlobungs⸗ karte war. Hat die auch noch einen Mann bekommen! klang der chriſtliche Spott der welken Lippen, indeß die dürren Finger mit äußerſter Geringſchätzung die Karte von ſich ſchnellten. Das Blatt flog Moorfeld faſt in den Teller. Unwillkürlich ſiel ihm die Schrift ins Auge. Er las:

Mr. Theodor Benthal

Engineer and Surveyor with Mss. Sarah Staunton.