Jahrgang 
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ſprach von der Würde der Therapie. Ueberdies, fuhr ich fort, denn meine Beobachtung des Kranken hatte mir inzwiſchen ſehr deut⸗ liche diagnoſtiſche Reſultate geliefert, überdies ſollte es ſcheinen, daß hier vor allem Anderen Aderläſſe indicirt ſeien, welche bei der hohen Expanſion des Blutes, den gewaltigen congeſtiven und entzündlichen Affectionen, ſowie der bedeutenden Hirnerregung, deren Symptome wir offenbar vor uns haben, jedenfalls der China vorauszugehen hätten, wenn anders von einer rationellen Behandlung die Rede ſein ſollte. Gewiß, gewiß, antwortete der Aeskulap ſo raſch und heimlich, wie zuvor, aber die Leute hier glauben, nur das Geben curire, nicht das Nehmen. Und lauter ſetzte er in einem ganz andern Tone hinzu: Ich habe über Blutentziehung meine eigenen Anſichten, mein Herr. Blut iſt der Träger der Lebenskraft, wie wir wiſſen; das Heilbeſtreben der Natur liegt vorzüglich im Blute, es äußert ſich am kräftigſten und wirkſamſten durch dieſes. Mit welchen Waffen ſollte die Natur den Krankheits⸗Dämon bekämpfen, wenn nicht mit dem Blute? Das Blut iſt gewiſſermaßen das ganze active Ver⸗ mögen der Natur; um dem Bankrott, d. h. dem Tode zu entgehen, kann ſie die Paſſiva, d. h. die Krankheit nur allein aus der Blut⸗ maſſe decken. Das iſt klar. Auch wiſſen wir ja, daß die neueren Schriftſteller unſrer Wiſſenſchaft von der Theorie der Blutentziehung mehr und mehr zurückkommen. Mir ſtand der Verſtand ſtill. In der Verlegenheit, daß Worte nicht Haſelſtöcke ſeien, fehlte mir einen Augenblick lang das Wort. Einzig im Intereſſe des Kranken verſchonte ich ihn mit einer Scene, die er verdiente, und beſchränkte mich darauf, mit äußerſter Kälte zu antworten: Was immer der Werth des Blutes ſei, es ſei zunächſt werth, daß der Heilkünſtler es kennen lerne. Was neuere Schriftſteller über Aderläſſe in remittirenden Fiebern ſagen, empfehle ich ihm nachzuleſen bei Shapter, bei Irvine und Burnett, bei Esmarſch in Hufeland's Journal, Band ſechsundſiebenzig, Heft ſechs, Bericht über die Marſch⸗Epidemien zu Eiderſtädt aus den Jahren achtzehnhundert ſiebenundzwanzig bis neunundzwanzig, was hof⸗ fentlichneu heißen wird. Dieſe neueren Autoritäten hätten den lethalen Verlauf des Fiebers nur durch Oeffnen der Adern verhindert, Burnett ſelbſt durch die der Arteria temporalis. Der Papagei plapperte ſogleich, wie folgt: Arteria temporalis; ja, ja, ich kenne ſie wohl