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ihm ohne Weiteres geſchenkt. Anhorſt war rettungsbedürftig wie ein Ertrinkender geweſen, und Moorfeld hatte ihn gerettet. Aber bei dem Bande der rohen Noth kann ein feineres Gemüth nicht ſtehen bleiben. Er durfte wünſchen, daß Anhorſt jetzt von ſeinem Eigenen— Innern etwas herausgebe. Seit geſtern war es noch nicht geſchehen. Dieſer Augenblick aber war einem innigeren Austauſch günſtig. Er forderte von ſelbſt dazu auf.
Moorfeld zog den fremden Mann treuherzig an ſeine Seite und ſagte: Und wie ging es Ihnen in dieſen fünfzehn Jahren? Laſſen Sie mich hören, wie das Menſchenleben auf den Pfaden, auf wel⸗ chen Sie es durchwandelten, ausgeſehen hat.
In den Zügen des Deutſchen malte ſich's faſt wie Schamgefühl bei dieſer Aufforderung. Und wie das germaniſche Auge immer trotzig blickt, wenn das Gefühl an ſich ſelbſt erinnert wird und ſich zugleich
ehrt und verbirgt bei dieſer Erinnerung, ſo ſah das blaue Auge des abgehärteten Mannes jetzt mit einem gewiſſen Barbarismus drein, der
im Aeußern Trotz ſchien, im Innern aber keuſche Selbſtbewahrung war.
Mit dieſem Ausdruck antwortete Anhorſt: Sie haben mir geſtern Gutes gethan; ich könnte es heute kaum vermeiden, mich ſo zu ſchil⸗ dern, als ob ich's recht ſehr werth wäre. Das geht nicht. Aber mein Tagebuch ſteht Ihnen zu Dienſten. Drinn ſtehen Gott und dieſer Burſche hier etwas unparteiiſcher neben einander.
So eben hab' ich's geleſen, ſagte Moorfeld, und drückte dem Manne die Hand. Seine Gefühlsanwandlung war vorüber. Er ſtand auf und ging weiter mit ihm. Zwiſchen den beiden Männern war von
der Vergangenheit weder in Schrift noch in Wort je wieder die Rede.


