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Brut dünkt ihm das Auswandererſchiff— wer wird aufwärts dringen in den blauen, liederreichen Aether; wer wird niederſtürzen in den Buſch, in die Tatze des lauernden Wildes? Das Ankerwerfen iſt ei⸗ ner jener Momente, wo man die Geiſterhand deutlicher zu ſehen glaubt, die das Menſchenſchickſal webt. Auch bei der roſigſten Ausſicht flirrt Geſpenſterfurcht wie ein ſchwarzer Faden durch's Auge.
Im Getümmel des Landens, des Ausſchiffens, in einem Babel amerikaniſcher Namen und Adreſſen, die jetzt von allen Lippen durch⸗ einander ſchwirren, verlieren wir den Freund, der zuerſt unſre Auf⸗ merkſamkeit erregt, nicht aus dem Auge. Schlägt er doch auffallend genug ſeinen Weg ein! Während Alles um ihn her den Hotels und Agenturen zuſtrömt, lenkt dieſer Ankömmling, nach einem minuten⸗ langen Aufenthalte im Zollhauſe, ſeine Schritte auf die Battery, auf Newyorks Promenade.
Das weltberühmte Südende Newyorks, die Battery, war im Jahre 1832 noch nicht wie heute mit einem überhandnehmenden An⸗ bau von Matroſenſchenken und Auswandererherbergen behaftet. Die vornehmſte Atmoſphäre der Manhattanſtadt wehte damals auf dieſer reizenden Landſpitze. Ihre Raſenteppiche, ihre Schattengänge von Linden und Pappeln athmeten den Geiſt einer erhabenen Idylle. Im Angeſichte der unermeßlichen Bai, am Mündungspunkte des breiten Nord⸗ und Oſtſtromes, in einer Lage, die vielleicht mit dem„goldenen Horn“ um die Palme ringen kann, genoß ſie der großartigſten Schau des Seeverkehrs und war doch nicht berührt von ihm. Er deftilirte gleichſam in Parade an ihr vorbei, zum gemeinen Dienſte ſchwenkte er rechts ab an den Kai des Oſtfluſſes, damals ſeinem wichtigen Empo⸗ rium. Auf der Battery ſchlürfte Newyork nur den Duft ſeiner Seemacht.
Dieſe Avenüe hat unſern Freund ſchon am Bord ſeines Schiffes bezaubert; hier wandelt er jetzt im Grün und Laubſchatten,— ein letztes intimes Stelldichein der reinen Gemüthskräfte gegenüber den handelnden. An der Pforte einer Hemiſphäre, am Fußgeſtelle rieſen⸗ hafter Wirklichkeiten will er noch einmal eine Stunde der Muße feiern und ſeine ganze Innerlichkeit in ein großes Gegengewicht zuſammen⸗ faſſen, als ſcheute er mit dem ahnungsreichen Helden der Tragödie,
daß ihn der Zufall Blind herrſchend mit ſich führe!
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