158 Münchhauſens Biographie.
lehren, keineswegs ſo ſchwer iſt als man waͤhnen ſollte) und decorirten mit dem blauen Krebsorden nach Herzensluſt — verſteht ſich, alles gegen baare Bezahlung. Die Taxen
richteten ſich nach dem jedesmaligen Geldbeduͤrfniß des Fuͤrſten.
Auch auf mich wirkte dieſes neue Meteor, das unweit des Schildaiſchen Horizonts aufging. Gleich und gleich findet und ſucht ſich. Dies iſt ein altes Sprichwort, welches bei dem Fuͤrſten und mir eintraf. Se. Herzogl. Durchlaucht gewannen mich ſo lieb, daß ſie mich zum Staatsminiſter in Hochſtdero Herzogthum Mondhorſt erwaͤhlten, einem Strich Landes, wo niemand von Ihren Anſpruͤchen etwas wußte;
ja ich wurde in kurzer Zeit Hofmeiſter des blauen Krebs⸗
Ordens und durfte in dieſer Qualitaͤt zu jeder Zeit unge⸗ hindert vor die Perſon des Fuͤrſten treten— was eben nicht leicht war, da Hoͤchſtdieſelben zur Bewachung Ihres zahlreichen Serails ein Dutzend wilde Koͤter auf dem Schloßhofe herum⸗ laufen ließen, die jeden Fremden zum groͤßten Vergnuͤgen des Herzogs anfielen und wuͤrgten.
Mir ſchwoll der Kamm bei ſo vieler Ehre nicht wenig. Der Orden zum blauen Krebs kam nicht mehr von meiner Seite und ich ließ ihn ſorgfaͤltig einem Gemaͤlde anmalen, wo ich als fuͤnfjaͤhriges Kind abgebildet war. Auf die Windeln in dieſem Gemaͤlde, da ſonſt nirgends dafuͤr Raum war, ſetzte ich das Stadtwappen von Schilda.


