Münchhauſens Biographie. 145
2) Dieſe Buͤttel trugen nachher, als die Mitglieder ihre Sitze eingenommen hatten, dieſes Symbol und Wappen der Akademie mit der Umſchrift:„ Sind wir nicht deine Eſel, auf welchen du geritten biſt dein Lebelang?“ auf einen eine Art von Altar vorſtellenden Tiſch⸗ Dies ſinn⸗ reiche Wappen hatte der Herr Oberpfatrer gewaͤhlt, weil ſtinem Syſtem nach der Eſelſinn fur das echte Symptom
eines wahren Glaͤubigen galt. 3) Hierauf folgte der Herr Oberpfarrer als Praͤſident der 5 Geſellſchaſt. Er war mit einem rothen goldbordirten Tuchlappen geziert, den er Pallium nannte, weil er immer gar zu gern eine Art von Biſchof ſpielen wollte. Der Name Oberhirt, Prieſter, geiſtlicher Herr war ſeinen Ohren uͤberaus ſchmeichelhaft; zumal hatte er eine ganz gewaltige Inclination zu dem Hirtenweſen, weil ihm nichts lieber war, als ſeine Gemeinde unter dem Bilde einer Heerde
geduldiger Schafe zu denken. 4) Der Herr Actuarius Stubenrauch folgte hierauf und ſtellte den Teufel vor, wie er Unkraut unter den Waizen zu ſen bemuht iſt. Dies ſollte die Mitglieder der Aka⸗
demie daran erinnern, daß der Verfuhrer nie ſchlaͤft.
5) Alle Mitgleder, nach der Größe wie die Orgelpfeifen geordnet, machten Paar und Paar den Beſchluß, Cha⸗
peau⸗bas und mit Staatsdegen an der Seite. Muͤnchhauſens Biographie. 10


