120 Münchhauſens Biographie.
nutzlich und nothwendig ſind. Um das Studiren bekum⸗ merte ich mich ſehr wenig, da ich von meinem Stand rich⸗ tige Begriffe hatte und wußte, daß dieſer durch Wiſſen⸗ ſchaften entehrt werden wurde und daß mir eine Verſorgung doch nicht fehlen koͤnne, ſintemalen nach eines gewiſſen Herrn von Arnim's feiner Bemerkung Buͤrgerliche nur im Noth⸗ fall zu Staatsbedienungen gelaſſen werden ſollen. Deſſenun⸗ geachtet nahm mich ein Profeſſor in eine von ihm neuer⸗ dings geſtiftete gelehrte Geſellſchaft der Moral, ſchönen Kuͤnſte und Wiſſenſchaften auf, und ich wurde darin einſtimmig zum Präſidenten erkoren. Dieſe Stelle hatte ich haupt⸗ ſächlich dem Umſtande zu danken, daß der Praͤſident nach den Statuten der Geſellſchaft wenigſtens ſechzehn Jahre alt ſein mußte und ungluͤcklicherweiſe unter allen Mitgliedern auch nicht ein einziges, außer mir, dieſes Alter erreicht hatte.
Magiſter Cerfulus, mein Hofmeiſter, verfertigte bei Gelegenheit meiner Präſidentenwahl eine herzbrechende Ode, die ich nachher Herrn Voß als Beitrag zu ſeinem Mu⸗ ſenalmanach uͤberſchickte, aber leider! keine Antwort und kein Gehor erhielt, obgleich mein Gedicht an Werth wohl mit den Kriegsliedern eines gewiſſen Magdeburgiſchen Edel⸗ mannes in Parallele ſtehen mochte. Inzwiſchen hatte ich doch das Vergnügen, daß der Profeſſor Humaniorum meine Arbeit in ſeiner Aeſthetik als Muſter einer erhabenen Ode


