32 8 Solche Augenblicke des Gluͤcks koͤnnen die Wuͤn⸗ ſche eines Liebhabers nur ſteigern. Victor bittet, beſchwoͤrt Erneſtinen, ihm einen Augenblick unter vier Augen zu ſchenken und verſpricht heilig und feſt, ernſt und vernuͤnftig zu ſein; aber man traut ſeinen Verſprechungen nicht, und man hat Recht.
Ich darf mit Ihnen nicht mehr allein ſein, ſagt
Erneſtine, es war ſchon ſchlecht genug von mir, Sie einmal angehoͤrt zu haben.
In dieſen Worten liegt beinahe ſchon das Ge⸗ ſtändniß, daß man das Gefuͤhl theile, was man einfloͤßt; und wirklich iſt Frau v. Noirmont nicht mehr dieſelbe; immer in zarte Traͤumereien ver⸗ tieft, in Geſellſchaft zerſtreut, ganz damit be⸗ ſchaͤftigt, immer nur einem zuzuhoͤren, ſeußst, erroͤthet und zittert ſie bei der unbedeutendſten Ver⸗ anlaſſung. Oſt ſchilt ſie auf ſich ſelbſt. Sch werde mich ungluͤcklich machen, wiederholt ſie dann oft. Und doch iſt ihr Zuſtand nicht ohne Reiz. Sie fühlt


