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ein ſolches begegnet, bin ich, ein beſcheidener Minia⸗ tur⸗Maler, deſſen Name noch nicht bekannt und deſ⸗ ſen Talent noch nicht gewürdigt worden— voraus⸗ geſetzt, daß es jemals geſchehen wird! Doch, man muß immer hoffen, wenn man einmal die Künſtler⸗ laufbahn betreten hat, man muß Ruhm und Unſterb⸗ lichkeit in der Zukunft erblicken, denn das iſt es, was uns zur Nacheiferung anſpornt und uns das wider⸗ wärtige Schickſal ertragen läßt. Den Künſtlern darf Eigenliebe nicht fehlen; der Handwerker, der Arbeiter,
der Kaufmann, der Negveiant, kurz ein Jeder muß
ſie beſitzen.
Ohne Eigenliebe würden ungleich mehr Thor⸗ heiten begangen, und wenn auch dies Gefühl, ſelbſt bis zur Leidenſchaft geſteigert, eine Narrheit iſt,„ man müßte es doch, wenn es nicht ſchon vorhanden wäre, noch erfinden. Aber es iſt da; jeder Sterbliche beſitzt davon eine größere oder geringere Doſis: dem⸗ nach iſt es nicht nöthig, es zu erfinden.
Es fällt mir nicht ein, von Regen und gutem Wetter, von meinen ſchönen Handſchuhen und blan⸗ ken Stiefeln zu reden; aber Sie wiſſen doch wenig⸗ ſtens, daß ich Miniaturmaler bin, und daß ich noch wenig Geld verdiene, und das iſt ſchon etwas.
Wie wäre es, wenn ich Ihnen nun auch meinen Namen ſagte und mein Signalement lieferte?
Warum nicht?— Es iſt immer ſehr angenehm zu wiſſen, mit wem man zu thun hat, wenigſtens habe ich immer ſo gedacht; auch iſt es eine engliſche


