Teil eines Werkes 
4. Band (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

N

42. Kapitcl. In der Gewalt des Wütherichs.

Taleb hatte ſein Opfer zu dem Wagen zurückgeſchleppt und weckte den Eſel mit einem gewaltigen Fußtritt ſehr unſanft aus ſeinem Schlafe, die beiden Frauen folgten ihm ziemlich ängſtlich nach, Margot ſann über ihren Plan nach, der ihr noch nicht recht gefallen wollte, und Liſette zitterte vor dem Mohren, deſſen Zärtlichkeit ihr faſt ebenfo ſchrecklich erſchien als ſeine Wuth. Der Afrikaner warf den unglücklichen Grafen wie ein Bündel zur Erde, dann wandte er ſich an die Alte.

Laß das Weib los, ſagte er, und die Frauen fingen an aufzuathmen.

Taleb ſetzte ſich nach Art der Türken mit kreuzweis verſchränk⸗ ten Beinen auf die Erde nieder, und Liſette näherte ſich ihm mit ſchmeichleriſchen Mienen.

ESi, lieber Taleb, ſagte ſie, wie bin ich froh, Dich wieder zu ſehen! Weißt Du, als Du mit der Mutter gar nicht wiederkamſt, da wurde mir angſt um Dich, da machte ich mich auf, um Dich zu ſuchen, und nun finden wir uns ſo ganz un⸗ erwartet zuſammen.

Heuchleriſche Katze! ſagte Taleb verächtlich und ohne ſie anzuſehen.

Ja, ſchilt mich nur aus, fuhr ſie fort, ich hätte ſchon warten können, aber da die deutſchen Soldaten herbeikamen, und

nun, ich wollte Dir doch ſo gern die Treue bewahren, Du häßlicher Taleb Du.

Der Schwarze ließ ſich von ſolchen Reden nicht ſo leicht fangen, wie ſie dachte.

Geh, ſagte er, Deiner Strafe entgehſt Du nicht!

Was hat ſie denn verbrochen? fiel ihMm Margot in die

Rede. Sie war ganz allein, Huſſein, der dumme Eſel, war ge⸗