Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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neben dem Anblick der Fontainen auch noch den der fremden Fülſten zu genießen. Keine Schranke trennte die Bürger Frank⸗ reichs von ihren Feinden, den Deutſchen, in dem herrlichen Park beweglen ſich und Militairperſonen in buntem Gemiſch, Bismark, Roon, Woltke und undere höchgeſtellie Perſönlichkeiten gingen hin und ze redeien hald mit Dieſem, bald mit Jenein nnd wurden oft genug von den neugierigen Damen angeſprochen die ſich dicht heran drängten und allerlei Fragen thaten.

So wogte die bunteſte Meige um das gr ſe Baſſin herum, und dazwiſchen humpelte ein Verwundeter, ließ ſich ein Anderer von ſeinen Kameraden führen, ein Dritter tragen, denn im Erd⸗ geſchoß des Schloſſes war ein Lazareth eingsrichtet worden. und an ſeinen Fenſtern ſah man vbn Zeit zu Zeit das Bild einer rodtbleichen Frau auf Augenblicke erſcheinen und wieder ver⸗ ſchwinden.

Erſt als um halb zwei Uhr der König äus dem Schloſſe trat, begonnen die Waſſerworke zu ſpielen, und eben brach die Sonne durch dunkle Regenwolken und beleuchtete die mutmornen Flußgötter, die das Waſſer in lebendigen Strahlen in die Höhe wer⸗ fen. Ueberall plätſcherte und rieſelte und rauſchte es, und der König betrachtete es mit ſichtbarem Wohlgefallen. Niemals hatte 58 Louis Napoleon ſo ganz ohne Bedeckung unter ſein Volk gewag, wie König Wilhelm ſich unter die dichten Haufen ſeiner Feinde miſchte, er umſchritt das große Baſſin, ging dann zu den ſoge⸗ nannten kleinen Waſſern und promenirte durch den Wald, als ob es gar nicht möglich wäre, da eine Kugel von nah oder fern ſeinem geweihten Leben ein Enbe mache. Und es war auch uicht möglich, denn wer für die gerechte Sache ſtreitet, den ſchützt Gottes Hand überall.

M.