Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Bazaine konnte an dieſem Tage das linke Moſelufer nicht errei⸗ chen, er war gezwungen, in Metz zu bleiben und ſeinen Abmarſch aufzuſchieben, da das Treffen ſeine Armee in arge Unordnung ge⸗ bracht hatte.

Aber ſchon an dem folgenden Tage, dem fünfzehnten Auguſt, machte Bazaine einen abermaligen Verſuch, ſich durchzuſchwin⸗ deln. Es war dies der ſogenannte Napoleonstag, an welchem man in Frankreich die Geburt des erſten Kaiſers mit großem Ge⸗ pränge zu feiern pflegt, gerade dieſes Datum hatte ſein elender Neffe ſich zu ſeinem Einzuge in Berlin auserſehen, und gerade heute war es, wo ſein Heer ſich auf einem ſchmählichen Rückzuge befand.

Die Franzoſen waren dieſes Mal vorſichtiger, ſie marſchir⸗ ten direkt auf Verdun zu und ſchienen nicht zu ahnen, daß ſie damit gerade dem Feinde in die Hände liefen. Indeſſen ging es mit dieſer Bewegung nach rückwärts nicht ſehr ſchnell, und ſchon am ſechszehnten trat ihnen der Prinz Friedrich Carl entgegen.

Er hatte das bergige Moſelland haſtig durchſchritten, doch ſo ſehr er ſich auch beeilt hatte, es waren erſt die Spitzen ſeiner Armee, die er den Franzoſen entgegenſtellen konnte. Dennoch zögerte er keinen Augenblick, den Weitermarſch der Letzteren zu verhindern. Indeſſen iſt es für übermüdete Soldaten keine kleine Aufgabe, ſich noch vor dem Eſſen dem Feinde gegenüber zu ſtel⸗ len, hier aber war der Feind mehr als doppelt ſo ſtark, und langſam nur konnten die übrigen deutſchen Truppen heranrücken, da ihnen die Hügel mit ihren tiefen Einſchnitten den Weg ver⸗ ſperrten.

Bald entbrannte der Kampf. Er konnte noch nicht mit der vollen Heftigkeit geführt werden, da die deutſche Macht noch zu gering war. Noch handelte es ſich nur darum, die Franzoſen am Weitergehen zu verhindern, ſie zum Stillſtand zu zwingen und zu ermüden, bis die übrigen Regimenter angekommen wären. Dieſe folgten dem Donner der Kanonen, dem knatternden Krachen der Zündnadelgewehre. Jetzt fühlte ſich Keiner ermüdet, Alle brann⸗ ten vor Kampfbegierde, alle Anſtrengungen waren vergeſſen, man wußte es nun, warum man ſo viele Strapazen ertragen hatte, man