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Zweifache Treue : Erzählung / von L. Kruse
Entstehung
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Liebſte war. Sie zitterte vor ſeinem Tode und konnte doch nicht daran glau⸗ ben. Aber ſie ging zu dem Linnen⸗ ſchranke, nahm einen Rosmarinzweig hervor, und legte ihn zu dem Grabge⸗ wand, das ſie ſich ſchon längſt ſelbſt bereitet hatte.»Ich will ihn mitneh⸗ men« ſeufzte ſie ſtill, vſie ruhen ja doch Alle in meinem Herzen!« Mit unſäglicher Angſt ſah ſie den von Weſt⸗ indien erwarteten Brieſſchaften entgegen. Sie hatte ſich nicht getauſcht; aber ihr Alteſter lebte noch, und ihr ward die Freude, einige Monate nachher ihn mit ſuͤßen Thränen, und auch bitteren, die dem Vermißten galten, an ihr Herz zu ſchließen. In den zwei folgenden Jah⸗ ren riß der Tod kurz nach einander die beiden aufbluͤhenden Toͤchter aus ihren Armen. Dieſe ſchien der Vater mit großerem Wohlwollen, als die Söhne,