Teil eines Werkes 
3. Theil (1847)
Entstehung
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Sie brachte die verlegene Frau wieder zum Sitze, zog das Fußſchemelchen neben den Lehnſtuhl, und ſetzte ſich varauf, indem ſie mit kindlicher Anmuth der Mutter Hand ergriff, und feſthielt. Es war auch hierin nichts Gemach⸗ tes, nichts Ueberlegtes: es entſprach ſo der Empfindung des erwartungsfrohen Mädchens, das bei Franz Karl's Anblick ängſtlich und— ein Kind geworden war.— Ei, Fides! tadelte die Mutter, aus Verlegenheit ihres Zwangs etwas ärgerlich. Was ſetzeſt du dich nun, wie ein einfältig Ding, auf das Fußbänkchen?

Worauf Fides erwiderte:

Habt Ihr denn vergeſſen, liebe Mutter:„Wer ſich erniedrigt, ſoll erhöht werden.“ Ihr wißt doch, wozu Franz Karl kömmt?

Wozu er kömmt? verſetzte die Mutter. Biſt du denn ſo gewiß, daß er dich noch will? Das war damals in der kalten, dunkeln Nacht, wo er ſich dir verſprochen hat; wenn du ihn überhaupt bei dem dicken Nebel recht ver⸗ ſtunden haſt! Und jetzt iſt es heißer Sommer,— ein halb Jahr darüber hinaus, und der Kurfürſt ſoll wieder⸗ kommen, wie's heißt, und ſoll all' dem Freiheits? und Gleichheitsweſen ein Ende machen. Haſt du das auch überlegt?

Liebſte Mutter, antwortete Fides,— von dem Allem iſt jetzt die Rede nicht; ſondern der Augenblick ſteht vor Euch, daß Franz Karl meine Hand von Euch begehrt.

Heiliger Jeſus! rief Frau Hildegard, und wäre auf⸗ geſprungen, hätten die Hände, die ſich an der Mutter halten wollten, nicht auch die Mutter gehalten.— Und darauf ſoll ich ihm antworten? Aber, was hab' ich ihm

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