ck uu⸗
33
gekehrt, ſeine Sachen zu packen und in die Schweiz zu ziehen. Ich gönne ihm dieſe Freiheit lieber, als die uns ſo dringend angebotene. Er rettet ſich in ein Land, wo die Natur mit ihren Gletſchern und fruchtbaren Thä⸗ lern, mit Felſen und Triften den freien Menſchen ein großes Bild ver Ungleichheit vor Augen hält. Mit dieſen großen Erinnerungen wird auch Müller als freier Mann gewiß unparteilich rathen.
Sie ſprachen noch darüber, als die Abgeordneten ſehr aufgeregt zurückkamen.— Nun, was hat er geſagt? rief man ihnen zu. Was ſollen wir thun?
Franzöſiſch werden! rief Schmuttermeier, der Maurer.
Was? fiel ihm Zimmermeiſter Riedel ins Wort. Deutſch bleiben! hat er geſagt.
Nein doch! betheuerte Jener. Hat er nicht nach lan⸗ gen, geheimnißvollen Erplicationen geſagt: Tout ou rien? Ja, das hat er geſagt! Alſo tout geht voraus, und heißt: Wagt Alles, werdet franzöſiſch!
Oder: rien! Wagt Nichts, bleibt deutſch! entgegnete Riedel.
Ei, ei! Schöne Explicationen! erklärte der dritte Abgeordnete, Uhrmacher Weidenheimer. Alſo rien und deutſch wäre gleichbedeutend? Wie ich den Herrn gehei⸗ men Staatsrath verſtanden habe, und wie er ſich auch weiter explicirt hat, ſollen wir uns für Eins oder das Andere entſcheiden;— auf das Wörtchen„oder“ kömmt's an, und er räth uns, der Gewalt nachzu⸗ geben.
Hört, ihr braven Bürger! fiel Franz Karl ein. Macht
Koenig, Clubiſten in Mainz. IM. 3


