*
91¹
Der Tod für Freund und Kind, und für die ſüße Holde
Iſt, wenn nicht immer groß, doch rührend ſtets
und ſchön.
Denn es iſt Todesgang, den, nicht ertauft mit Golde,
Im Drange des Gefühls nur edle Menſchen gehn.
Für blanke Majeſtät, und weiter nichts, ver⸗
bluten,
Wer das für groß, für ſchön und rührend hält, der irrt.
Denn das iſt Hundemuth, der eingepeitſcht mit Ruthen
Und eingefüttert mit des Hofmahls Vrocken wird.
Sich für Tyrannen gar hinab zur Hölle balgen, Das iſt ein Tod, der nur der Hölle wohl gefällt. Wo ſolch ein Held erliegt, da werde Rad und
* Galgen Für Straßenräuber und für Mörder aufgeſtellt!
———
An das Herz. Sonett.
ſchon in manchem Sturm und Drange Wandeln meine Füße durch die Weit. Vald den Lebensmüden beygeſellt,
Ruh' ich aus von meinem Pilgergange.


