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Abſchied vom Leſer.
Die Muſe ſchweigt. Mit jungfraͤulichen Wangen⸗ Errothen im verſchaͤmten Angeſicht,
Tritt ſie vor dich⸗ ihr Urtheil zu empfangen:
Sie achtet es, doch fuͤrchtet ſie es nicht.
Des Guten Beifall wuͤnſcht ſie zu erlangen,
Den Wahrheit ruͤhrt, den Flimmer nicht beſticht. Nur, wem ein Herz, empfaͤnglich fuͤr das Schdne⸗ Im Buſen ſchlaͤgt, iſt werth, daß er ſie krdne.
Nicht länger wollen dieſe Lieder leben,
Als bis ihr Klang ein fuͤhlend Herz erfreut, Mit ſchoͤnern Fantaſien es umgeben⸗
Zu hoͤheren Gefuͤhlen es geweiht;
Zur fernen Nachwelt wollen ſie nicht ſchweben, Sie tonten, ſie verhallen in der Zeit.
Des Augenblickes Luſt hat ſie geboren⸗
Sie fliehen fort im leichten Tanz der Horen.
Der Lenz erwacht, auf den erwaͤrmten Triften Schießt frohes Leben jugendlich hervor⸗
Die Staude wuͤrzt die Luft mit Nektarduͤften⸗ Den Himmel fuͤllt ein muntrer Saͤngerchor,
Und Jung und Alt ergeht ſich in den Luͤften
Und freuet ſich und ſchwelgt mit Aug' und Ohr. Der Lenz entflieht! Die Blume ſchießt in Samen, Und keine bleibt von allen, welche kamen.


