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Jeremiade.
Alles in Deutſchland hat ſich in Proſa und Verſen verſchlimmert, Ach, und hinter uns liegt weit ſchon die goldene Zeit! Philoſophen verderben die Sprache, Poeten die Logik, Und mit dem Menſchenverſtand kommt man durchs Leben nicht mehr. Aus der Aeſthetit, wohin ſie gehoͤrt, verjagt man die Tugend, Jagt ſie, den läſtigen Gaſt, in die Politik hinein. Wohin wenden wir uns? Sind wir natuͤrlich, ſo ſind wir Platt; und, geniren wir uns, nennt man es abgeſchmackt Schdne Naivetaͤt der Stubenmaͤdchen zu Leipzig⸗ Komm doch wieder, o, komm, witzige Einfalt, zuruͤck! Komm, Komddie, wieder, du ehrbare Wochenviſite, Siegmund, du ſuͤßer Amant, Mascarill, ſpaßhafter Knecht! Trauerſpiele voll Salz, voll epigrammatiſcher Nadeln, Und du, Menuetſchritt unſers geborgten Kothurns! Philoſoph'ſcher Roman, du Gliedermann, der ſo geduldig Still hält, wenn die Natur gegen den Schneider ſich wehrt. Alte Proſa, komm wieder, die Alles ſo ehrlich herausſagt⸗ Was ſie denkt und gedacht, auch, was der Leſer ſich denkt. Alles in Deutſchland hat ſich in Proſa und Verſen verſchlimmert, Ach, und hinter uns liegt weit ſchon die goldene Zeit!
Wiſſenſchaft.
Einem iſt ſie die hohe, die himmliſche Gottin, dem Andern Eine tuͤchtige Kuh, die ihn mit Butter verſorgt.


