Sucht nicht ſelbſt das folternde Entzuͤcken In des Freunds beredten Strahlenblicken Ungeduldig ein wolluͤſt'ges Grab?
Staͤnd' un All der Schoͤpfung ich alleine, Seelen traͤumt' ich in die Felſenſteine, Und umarmend kuͤßt' ich ſie— Meine Klagen ſtöhnt' ich in die Luͤfte, Freute mich, antworteten die Kluͤfte, Thor, genug! der ſuͤßen Sympathie.
Todte Gruppen ſind wir— wenn wir haſſen; Goͤtter— wenn wir liebend uns umfaſſen! Lechzen nach dem ſuͤßen Feſſelzwang— Aufwärts durch die tauſendfachen Stufen Zahlenloſer Geiſter, die nicht ſchufen, Waltet göttlich dieſer Drang.
Arm in Arme, hoͤher ſtets und höher,
Vom Mongolen bis zum griech'ſchen Seher, Der ſich an den letzten Seraph reiht,
Wallen wir, einmuͤth'gen Ringeltanzes,
Bis ſich dort im Meer des ew'gen Glanzes Sterbend untertauchen Maß und Zeit—
Freundlos war der große Weltenmeiſter, Fuͤhlte Mangel— darum ſchuf er Geiſter, Sel'ge Spiegel ſeiner Seligkeit!— Fand das hoͤchſte Weſen ſchon kein Gleiches, Aus dem Kelch des ganzen Seelenreiches
Schäumt ihm— die Unendlichteit.


