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gedrungener Geſtalt; die wilden Züge ſeines Geſichts waren zum Theil von einem röthlichen Barte bedeckt, kleine, ſtechende Augen funkelten ein erſchreckendes Feuer aus, und der goldene Helm, auf welchem ein Adler von demſelben Metalle ſeine breiten Schwingen ausſtreckte, bedeckte das ſtruppige und ſtarke Haar, das rund um den Nacken abgeſchnitten war. Alles an ihm verrieth eine wilde Kraft, die jedoch von Liſt und Schlauheit geleitet werde. Als er des laubumſchloſſenen Vierecks anſichtig wurde, hielt er einen Augenblick ſein Roß an und ſein Auge ſchweifte über die dort verſammelten Männer, ſo wie über die weiterhin bis zur Stadt dicht gedrängten Volksſchaaren hin. Dann ſprengte er raſch in das Viereck hinein und hielt abermals an. Da trat Patrika einige Schritte näher und redete den römiſchen Feldherrn, die Rechte mit dem goldenen Schlüſſel erhebend, mit den Worten an: „Durchlauchtigſter Feldherr, der im Namen unſeres erhabenen Kaiſers die tapferen Legionen Roms gegen den Feind von Oſten führt, das Sanhedrin der getreuen Stadt Sepphoris naht ſich Dir, um ſeine Huldigung darzubringen und den Schlüſſel—“ Mit einer heiſern ſtarken Stimme, die ſchneidend in das Ohr und wohl auch das Herz der Hörer eindrang, unterbrach Urſicinus den Redner und ſagte:„Was maßt Ihr Euch an, Ihr niedrigen Ge⸗ ſellen, hier mit Eurem Schlüſſel zu erſcheinen— ein römiſcher Feldherr braucht Euren Schlüſſel nicht; der Schlüſſel zu tauſend Städten hängt an ſeiner Seite. Ihr ſeit Selaven und habt ſchweigend meine Befehle zu erwarten. In einer Stunde erſcheint Ihr im Caſtell, um ſie entgegen zu nehmen; aber nicht in Begleitung von ſo vielem Geſindel, drei von Euch genügen; das iſt ſchon mehr als ich zu ſehen brauche.“ Hiermit wandte er ſich ab und gab ſeinem Roſſe die Sporen. Dieſes bäumte ſich und ſchlug aus, daß Patrika ſich ſchnell gegen die beiden Greiſe werfen und ſie


