Wacht uuf, ihr Todten!
Erhebt euch, Schatten, aus der Gruft zu gleiten— Wir Lebenden entboten
Die Hand euch, einmal noch zu ſchreiten
Aus Grabesdunkel durch des Lebens Kreis— Nehmt Blut aus unſren Herzen, ſchnell und heiß, In eure längſt erſchlafften Adern,
Noch einmal hier zu lieben und zu hadern
Im wirren Streite der Gefühle
Und in der Menſchen Kampfgewühle!
Ihr zögert noch? Ihr fühlt euch fremd hier droben— Die Welt ward anders— eure iſt zerſtoben,
Verweſt, geſchwunden?— Schaut dasſelbe Licht
Auf eure bleichen Angeſichter nicht?
Weht eine andre Luft um eure Wangen?
Und wölbt ſich nicht desſelben Himmels Prangen?.. O blickt hinein in unſre Herzen:
Dieſelbe Luſt, dieſelben Schmerzen,
Wie ſie einſt bebten durch der euren Schlag;
Des Sturmes Nacht, des Friedens Tag,
Ganz wie ſie ſtanden einſt in euren Seelen— Dasſelbe Suchen und dasſelbe Fehlen!
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